Motivation | Wie ich lernte das ich alles schaffen kann

Ich hatte in der Grundschule die schlechtesten Pädagogen die ich mir wünschen konnte. Es sind Sätze gefallen wie „Aus dir wird niemals etwas“, „Du wirst in der Gosse verschwinden.“ oder „Du wirst immer ein Versager bleiben.“ Die sind regelmäßig gefallen. Sie haben meine Kindheit und meine Jugend für mich in eine kleine Hölle verwandelt. Ich floh in meine eigenen Welten in denen ich Firmen erdachte, in denen ich Reich war oder in denen ich nicht mal ein Mensch war. Ich konnte damals nicht darüber reden, ich habe nicht verstanden was mir damit angetan wurde und ich konnte vor allem nicht gegensteuern.

Face your demons

Das Problem daran war das ich so eingeschüchtert, verletzlich und fehlt geleitet war durch diese Worte. Ich glaubte sie irgendwann selber und ich dachte nicht mehr daran etwas für die Schule zu tun, ich dachte nicht mehr daran das ich irgendwann mal etwas erreichen kann. Ich lebte in den Tag hinein, dachte nicht daran was morgen ist und verstand natürlich nicht was all das im Leben für weitreichende Konsequenzen haben würde.

Irgendwann mit 19 oder 20 begann ich festzustellen, ich war nicht dumm, ich war nicht der aggressive Typ der immer nur Streit suchte. Ich begann zu verstehen das man mich all die Jahre unter meinen Möglichkeiten gehalten hatte und das hatte System. Die Schule, vor allem die Grundschule, war belastend und in vielerlei Betrachtung im Nachhinein das schlimmste was mir passieren konnte. In der Orientierungsstufe habe ich eine Klasse wiederholt, das tat gut und gab mir Motivation. Es ging bis einschließlich zur siebten Klasse gut. In der achten hatte ich dann einen kleinen Einbruch, es war die falschen Freunde in mein Leben getreten und als ich in der neunten an einer neuen Schule anfangen musste war es komplett aus. Ich gab auf und das unfaire, nicht durchsetzungsfähige und komplett unpädagogische Schulsystem am Ende der 90er schlug direkt zu. Ich schaffte zwar den Realschulabschluss, aber alles danach verbaute ich mir immer durch den inneren Kampf.

Follow your personal path to find your personal wellbeing.

Aber zurück zu dem Zeitpunkt an dem ich plötzlich begann festzustellen ich war nicht dumm. Ich lernte das kombinieren von Fakten in meinem Gehirn, ich las zwei Dinge und erschuft daraus eine Schlussfolgerung. Am Anfang behielt ich diese für mich, hörte nur zu. Als ich aber feststellt das immer mehr dieser Schlussfolgerungen richtig waren traute ich mich diese zu äußern und als es mich nach Stuttgart zog wurde dieses kombinieren und auch mein konstruktives kritisieren in der Berufswelt plötzlich begrüßt und gefördert. Es gab Menschen die in mir etwas sahen, zum ersten Mal wollten mir Menschen die in der Autoritätskette höher standen etwas ermöglichen, mir etwas geben. Ich bin bis heute dankbar für sehr viele Möglichkeiten und Chancen die ich seitdem bekam. Egal wie schlimm der Beruf war den ich machte oder für welche Firma ich arbeitete eines war immer da, das Gefühl das es nicht umsonst ist und das ich als Mensch mit meinen Fähigkeiten geschätzt werde.

Ich begann spät dann wirklich eine Ausbildung zog aus der Stadt, die mich mehr in meinem Leben geprägt hat als alles andere, weg. In der Ausbildung gab es dann die ersten Tage an denen ich komplett zufrieden war. Ich hatte durchaus Aufgaben die ich so gern machte und ich hatte Freiheiten und Chancen die ich wahrgenommen habe. Nach der Ausbildung ging es dann von unten wieder los und ich setze meine Fähigkeiten ein um aufzusteigen. Im Zuge dessen machte ich meinen AEVO, wer hätte je gedacht, dass ich der kleine unscheinbare Junge einmal für eine Präsentation gelobt wird. Ich konnte in der Schule kaum ein Referat halten, weil ich es einfach nur als Schmach empfand. Das gleiche wiederholte sich bei meinem Medienfachwirt und dieser weißt mir einen Bildungsgrad auf Bachelorniveau aus. Vielleicht habe ich länger als so viele andere gebraucht, aber ich bin dort angekommen und ich habe mich selbst dahin gebracht. Ich habe gelernt in der Ausbildung ich kann alles lernen, ich muss vielleicht mehr Zeit aufbringen als andere, härter arbeiten, aber alles ist möglich. Man muss in dieser Welt nur einen Weg finden und man wird ihn gehen. Man darf sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen, die gehören dazu. Man darf niemals den glauben an sich selbst und seine eigenen Ziele verlieren. Man muss seinen Körper und Geist in Einklang bringen und bereit seinen Weg zu gehen. Dafür gibt es kein Patentrezept, das ist bei jedem anders.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.